Sauna: Schwitzen für ein langes LebenRegelmäßige Saunabesuche sind selbst für ältere Menschen meist unbedenklich. Sie haben sogar erstaunlich viele günstige Effekte auf die Gesundheit, wie beim Internistenkongress zu erfahren war.
Die Anwendung thermischer Reize ist ein sinnvolles Naturheilverfahren gerade für ältere Menschen, betonte Priv.-Doz. Dr. Rainer Brenke von der Akut-Abteilung für Naturheilverfahren an der Hufeland-Klinik in Bad Ems. Als passives Verfahren entspreche sie zwar nicht dem Zeitgeist. Nichtsdestotrotz sei eine gezielt und konsequent eingesetzte Thermo-Hydrotherapie zur Behandlung und Prophylaxe vieler altersbedingter Erkrankungen durchaus gewinnbringend. Probleme mit der Wärmeregulation Regelmäßige Saunabesuche sind bei älteren Menschen vor allem deshalb sinnvoll, weil diese häufig thermoregulatorische Defizite aufweisen.
Die Fähigkeit zur korrekten Temperaturerfassung sinkt mit dem Alter. Dazu kommt eine verminderte Wärmebildung, da die Muskulatur als wichtigster Wärmelieferant mit dem Alter weniger beansprucht wird und schrumpft. Gleichzeitig besteht ein gesteigerter Wärmeverlust als Folge einer geringeren Fettisolierung. Ähnlich wie bei Kindern besteht eine gewisse Diskrepanz zwischen den objektiven Temperaturgegebenheiten und dem subjektiven Empfinden. "Aus all dem ergibt sich, dass der Wärmehaushalt des älteren Menschen mehr beachtet, ja gepflegt werden muss", so Brenke.
Kann man sich wirklich "abhärten"? Der Einsatz thermischer Reize wie ein Saunabesuch wird laienhaft als "Abhärtung" bezeichnet. Doch was versteckt sich hinter diesem viel strapazierten Begriff? Letztlich geht es darum, so Brenke, mit solchen unspezifischen Maßnahmen das Abwehrsystem zu stärken. Denn gerade ältere Menschen erkranken in der kalten Jahreszeit häufig an grippalen Infekten. Nach einer klinischen Studie entfalten regelmäßige Saunabesuche einen signifikant protektiven Effekt gegenüber Erkältungskrankheiten. Schon nach drei Monaten war der Nutzen nachweisbar. Laborchemisch konnte ein signifikanter Anstieg des Interferonspiegels dokumentiert werden. Beweglichkeit nimmt zu Nicht nur im Hinblick auf Erkältungskrankheiten, sondern auch bei vielen anderen Störungen bzw. Erkrankungen ist die thermische Reizbehandlung sinnvoll und effektiv. Sie bewirkt zum Beispiel eine Zunahme der Dehnungsfähigkeit und Elastizität bindegewebiger Strukturen.
So wird beim regelmäßigen Saunabesuch der Finger-Boden-Abstand kleiner. Dieser Effekt ist insbesondere für Patienten mit degenerativen oder entzündlichen Erkrankungen des Bewegungssystems vorteilhaft.
Günstige kardiovaskuläre Wirkungen
Weitere Indikationen für einen regelmäßigen Saunabesuch sind sowohl die arterielle Hypertonie als auch die Hypotonie. Auch bei peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen, bei Frühstadien der Herzinsuffizienz und bei KHK lässt sich die Belastbarkeit durch eine Thermotherapie verbessern. KHK-Patienten sollten aber nur dann in die Sauna gehen, wenn sie auf dem Ergometer 75 Watt ohne Beschwerden bewältigen. Außerdem sollten Hypertoniker ebenso wie Herzpatienten das Tauchbecken meiden. In den ersten drei Monaten nach einem Herzinfarkt sind Saunabesuche tabu. Entscheidend für die kardiovaskulären Effekte ist der günstige Einfluss auf das sympathische Nervensystem: Es kommt zu einer Abnahme des Sympathikotonus mit konsekutiver Blutdrucksenkung und verminderter Arrhythmieneigung. Auch wird langfristig die Belastung des Organismus durch freie Radikale gesenkt, ein Mechanismus, der der Atherogenese entgegenwirkt. Darüber hinaus wurden laut Brenke günstige Effekte des Saunierens auch bei Wechseljahresbeschwerden, Depressionen, Hauterkrankungen und otogenem Schwindel beschrieben.
Gegen das Altern
Für die Thermotherapie gibt es nach Aussage von Brenke durchaus überzeugende Hinweise, dass sie auch Anti-Aging-Effekte entfaltet. Regelmäßiger Saunabesuch führe bereits nach fünf Wochen zu einer Abnahme der zentralen Körpertemperatur um 0,5–1 °C. Experimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Absinken der Körpertemperatur genetische Schäden, nämlich DNA-Verpackungsschäden, reduziert. In Computersimulationsanalysen konnte gezeigt werden, dass durch ein Absenken der Körpertemperatur von 37 °C auf 24 °C die Lebenserwartung theoretisch auf über 200 Jahre verlängert werden könnte. Die Stabilisierung der Thermoregulation entfaltet darüber hinaus auch einen günstigen Einfluss auf Reparaturgene, die physiologischerweise mit dem Alter an Aktivität verlieren. Darin liegt wohl der Schlüssel für die Zunahme von Krebserkrankungen im höheren Alter. Auch bei Moorkuren, bei denen ja keine thermischen Wechselreize eingesetzt werden, kommt es längerfristig zur Abnahme der Sublingualtemperatur mit entsprechend günstigen Auswirkungen auf die verschiedenen Organsysteme. "Das Beispiel Moorkuren zeigt, dass kurzzeitige Kureffekte und langfristige Kurerfolge nicht identisch sein müssen", so Brenke. Zusammen mit Kalorienrestriktion noch wirksamer Nach den vorliegenden Daten spricht vieles dafür, dass eine regelmäßige thermische Reizung mit konsekutiver Abnahme der Körperkerntemperatur die Lebenserwartung um zwei bis drei Jahre verlängern kann.
Das ist aber nur dann der Fall, wenn man bereits im mittleren Alter damit beginnt. Steigern lässt sich dieser Jungbrunnen-Effekt durch eine zusätzliche Kalorienrestriktion. Insbesondere der Verzicht auf das Abendessen führt zu einer weiteren Abnahme der Körpertemperatur. "Regelmäßige Saunabesuche und ein Verzicht auf das Abendessen, das ist der Königsweg für ein langes Leben", so das Fazit Brenkes. Autor: Dr. med. Peter Stiefelhagen
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